Wossis Tierleben

Das multimediale Jubilieren, Tirilieren und Triumphieren über die wirtschaftlichen „Erfolge“ unserer Robusten Deutschen Wirtschaft ist seit Jahren ungebrochen. Große Koalitionen, die dieses Wunder geschaffen haben, werden natürlich alles daran setzen, dass es für sie so bleibt. Die Maßlosigkeit und die Rücksichtslosigkeit der Macher wird noch immer getragen von der Gleichgültigkeit und Ignoranz einer Mehrheit, wohl wissend, dass sie es sind, die bei mehr Gerechtigkeit zur Kasse gebeten würden, und nicht die Eliten. Nur so flutscht es weiter, wählt man dieselben weiter, wobei immer mehr Menschen wissen oder ahnen, dass sie in diesem „Wirtschaftswunder“ die nächsten Verlierer sein werden.

Wie kann man das überleben, und wie ist es anderen ergangen? Ein kurzer Blick hinab ins Prekariat kann nicht schaden und kann keiner verwehren.

 

Wossis Tierleben | Hippie & Bella *

In den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten galt die Ziege noch als „Kuh des armen Mannes“, denn mit etwa 1/6 des Anschaffungspreises gegenüber einer Kuh versorgte sie den Menschen nicht nur in Notzeiten mit Fleisch oder auch Milch, die zu Käse verarbeitet wurde.

Anfang des 21. Jahrhunderts im neu geschaffenen Prekariat gewinnen diese Tiere nunmehr neue Aufmerksamkeit. Natürlich muss hier bei uns keineR mehr hungern, sind dafür doch großherzig die Tafeln geschaffen worden. Oder in Lumpen herumlaufen, gibt es doch genug Weltmarktfabriken, so sie noch nicht eingestürzt oder ausgebrannt sind, die unter entsprechenden Bedingungen für billige Kleidung in unserer Freien Welt sorgen.

Doch angesichts der Millionen, die auch in der BRD von ihrer Arbeit oder Rente nicht leben können, und die in der Berichterstattung, in der Politik oder öffentlichen Wahrnehmung „Luft“ sind, werden neue ÜberLebensformen in diesem selbstgefälligen Kapitalismus durch neoliberale Politik notwendig.

Es gab ja mal Zeiten, in denen Leistung und Fleiß Voraussetzungen bzw. Kriterien für den Erfolg waren; viel einfacher ist das heutzutage zu erreichen durch die Abkopplung, das Outsourcen und die Ausgrenzung von Millionen Mitmenschen. Entsprechend noch mehr kann oben verteilt werden, und für den entsprechenden Abstand und automatischen Aufstieg der neuen Erfolg-Reichen ist somit gesorgt. Hinterhältig nachhaltig, voll genial!! In ihrer Verblendung / Ausblendung wird diese Wirtschaftswunderwelt fast von allen Medien hoch gelobt. Ach ja, Soziale Gerechtigkeit, vor den Wahlen kann man ja mal darüber reden oder lamentieren – doch ohne, fast wie von Gott gewollt, läuft's eh wie am Schnürchen bestens weiter.

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Wie es ein Dorf in Gallien in vorchristlicher Zeit geschafft hat, den Römern mit ihrem Imperium Romanum zu widerstehen, besteht auch hier der Wunsch, den Mächtigen und Gierigen etwas entgegen zu setzen. Kein Zaubertrank wird helfen, dafür aber Hippie & Bella und alle anderen, die zu einer solidarischen Welt beitragen.

Gemeinhin wird von einer „dummen Ziege“ gesprochen – doch als Kenner weiß man, dass diese neugierig, intelligent und gesellig sind. Diese Fotos und Montagen sind geschaffen: 1.a) für meinen Sohn Robbi, 1.b) für mich aus Spaß an der Freude, 2.) für Freunde und Bekannte zur Kontaktpflege sowie 3.) für alle, die an diesen Bildern Freude haben oder an ihrem Leben Anteil nehmen. Die Rangfolge a) und b) kann gelegentlich wechseln, und aktuelle Ergänzungen dieser Internetseite erfolgen nach und nach.

 

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Hippie & Bella – ihr 1. Lebensjahr in der Feldberger Seenlandschaft

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[September 2017]

Hippie und Bella sind im Januar bzw. Februar 2012 auf dem Ziegenhof Müritz zur Welt gekommen. Nach ihren ersten 3 Monaten bei der Mama waren sie alt genug und wurden in ein neues Leben geworfen: beide hat es mit 3 Wochen Abstand nach Cantnitz in der Feldberger Seenlandschaft verschlagen. Abenteuer waren programmiert, denn zu den beiden Kaninchen Bussi und Monster gesellten sich später noch die Schäfchen Selma und Hannes. Nicht immer ging es friedfertig zu, denn am besten schmeckte immer das Futter der anderen. Zudem interessierte sich Hannes mehr für die Ziegenmädels als für seine Selma, und die Kampfkaninchen gewannen durch überlegene Guerillataktik, von hinten in die Beine beißen, meist die Oberhand und dominierten somit auf dem Stallboden. Schließlich hatte sich Bella mindestens einmal an ihrem Grünkohl vergriffen , und wer weiß, welche Rechnungen noch so offen waren...

 

Hippie & Bella – ihr 2. Lebensjahr in der Feldberger Seenlandschaft

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[September 2017]

Mit 1 1/2 Jahren zusammen mit 2 Kaninchen und 2 Schäfchen geht es für Hippie und Bella in ein weiteres neues Leben, erst einmal zu Huf und zu Fuß vorbei am Cantnitzer Wacholderberg, über den Reiherberg am Haussee und Erddamm in Feldberg, durch Wittenhagen in die Schäferei Hullerbusch. Neben hunderten Schäfchen, nicht so einfachen anderen Zickenmädels und -Damen, müssen sie sich nun neu behaupten, und die Rangordnung wird mit oder ohne Horn neu festgelegt. Aber auch dabei: Bock Alfons, eine tolle Erscheinung!

 

[Wird fortgesetzt]

 

Bei den Zicken am „Cantnitzer Wacholderberg“

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[August 2017]

Viel Freude und Abwechslung bringt ein Besuch der Zicken, die sich, nunmehr im August, in unterschiedlichen Herden aufhalten. Hippie und Bella befinden sich mittlerweile in der Buschherde, wo sie möglicherweise gleich wieder den Verlockungen des erstbesten und einzigen Bocks erliegen. Seitdem sie in der Schäferei Hullerbusch zu Hause sind, haben sie, erstmals 2014, alljährlich Zwillinge zur Welt gebracht (2016 waren es bei Hippie einmal Drillinge).
Die Lämmer, die im Januar dieses Jahres geboren wurden, arbeiten noch immer für den Naturschutz im Naturschutzgebiet (NSG) „Cantnitzer Wacholderberg“, ein ca. 3 ha. großes eingezäuntes Schutzgebiet am Ostufer des Cantnitzer Sees. Die Tiere sorgen dafür, dass das Areal nicht „verwildert“ und fressen ab, was vom Mensch nicht erwünscht ist: alles außer Trockenrasen und Wacholderbäume. Über eine Schleuse als Zugang können Anwohner oder Besucher dieses Flächennaturdenkmal aufsuchen und dabei den Ziegen sowie auch Schäfchen begegnen.
Übrigens, der Eindruck auf der Montage täuscht: denn der Leitbock, ein kastriertes männliches Tier, ist total knuffig und zugänglich. Und einfach nur neugierig, was ich denn bei ihnen zu suchen habe!

 

Was macht Brownie?

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[Mai 2017]

Die Zeiten haben sich geändert, denn nach 3 Monaten im Kindergarten und Stall heißt es jetzt Tag und Nacht in freier Natur leben. Es ist allerdings eine nette Ecke, nämlich das Naturschutzgebiet Hullerbusch, das nun durch die Ziegen- und Schaflämmer zusammen mit ihren Mamas beweidet wird. An dieser Arbeit müssen sich die Lämmer beteiligen, doch neben Fressen und Trinken ist noch Zeit zum Herumtollen, Dösen oder Verdauen. Was die Zicken nicht mögen futtern die Schäfchen und umgekehrt, und jeden Tag wird der Weidezaun durch die Schäfer umgesetzt.

 

Neues aus dem Kindergarten Hullerbusch

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[April 2017]

Brownie, ein Findelkind und Schaflamm, das in der Gegend verlassen und allein von Passanten aufgefunden wurde, lebt seit Januar 2017 in der Schäferei Hullerbusch. Eine Ziegenmama, durch ein Glöckchen um den Hals in der Herde immer gut heraus zu hören, hat sich seiner als Amme angenommen. Alle anderen Schäfchen hier sind Rauwollige Pommersche Landschafe und schwarz bis grau, so dass Brownie einen ganz neuen Akzent und Farbtupfer setzen kann. Uff, ein Selfie mit ihm, das durfte ich mir nicht entgehen lassen!

 

Bei Bussi und den Kaninchen

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[April 2017 / FSK ab 18 Jahre]

Öhrchen, damit Bussi einen Gefährten hat, wurde seinerzeit als Zwergkaninchen und Bock in der Tierhandlung gekauft. Mittlerweile dreimal so groß wie Bussi, hat er, nein SIE, für Nachwuchs (!) gesorgt. Ein Bock und Ausreißer von der Zehnerbande, er kann nun nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, hat bei seinen Eskapaden die Gelegenheit genutzt und, nun ja, man sieht es deutlich, was dabei herausgekommen ist...

 

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* Da ich meine Lieblinge nicht nur zu Propagandazwecken missbrauchen will, denn Aufgeweckte werden schnell erkannt haben, dass die Tiere doch gar nicht sprechen können, will ich die Geschehnisse unter meiner Mittäterschaft veröffentlichen und dafür die Bezeichnung „Wossis Tierleben“ verwenden. Nach anfänglichem Landleben als Wessi im Ossiland sind Hippie und Bella im Oktober 2013 in die Schäferei Hullerbusch umgezogen, wo sie in den diversen Naturschutzgebieten zum Erhalt des Landschaftsbildes beitragen. Alljährlich fallen sie auch auf einen Kerl – also Bock – rein , der im Frühjahr jeweils für Nachwuchs gesorgt hat. Dann bin ich immer ganz aus dem Häuschen und rein in den Stall – die Fotos belegen es.

 

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Darüber reden hilft.

 

Totaler Sieg: Schöne Neue Neoliberale Welt !?

Potemkinsche Dörfer waren früher

Schöne neue Welt, in Zeiten globaler Dörfer und beeindruckender virtueller Welten – dem Neoliberalismus sei Dank: wo früher aufwendig Potemkinsche Dörfer errichtet werden mussten, reichen heute hochdotierte Experten, Hütchen–Spieler, Jubel–Perser, Kulissenschieber u.ä.m. um ein frisch geschaffenes Prekariat zwischen reellen Glitzerfassaden komplett verschwinden zu lassen.

Erfolge über Erfolge

Geschossen wird aus allen Rohren, über alle Kanäle, in den Printmedien, im Rundfunk und im Fernsehen, ob öffentlich-rechtlich oder privat: Zeitenwende am Arbeitsmarkt durch Job-Boom ... Deutschland boomt sich aus der Krise ... Verbraucher in Partystimmung ... Jobwunder ... Konjunktur brummt ... Glänzende Bilanzen ... Die Früchte des Aufschwungs genießen ...

Wunder über Wunder

Millionen Menschen, die seit Jahren für diese „Erfolge“ über Hartz IV incl. nachfolgender logischer Altersarmut nachhaltig ausgrenzt, outgesourct oder abgehängt worden sind, leben hier falsch und sind diesem Dauerbeschuss & -beschiss einer sog. Agenda 2010 wehrlos ausgeliefert. Allerdings wird häufiger über künftige Neuzugänge berichtet, nämlich über diejenigen, für die „eine Gefahr von Altersarmut“ vorhersehbar ist. Tja, der Kapitalismus lebt vom Wachstum, und damit noch mehr an den Quellen verteilt werden kann, müssen halt andere in der Versorgung eingeschränkt oder notfalls ohne auskommen. Fördern und Fordern ist angesagt.

Frei, freier, am freiesten

Wie erstaunlich: ein Viertel der Bevölkerung existiert überhaupt nicht in der politischen und medialen Wahrnehmung. Aber schließlich leben wir in einem freien Land mit freier Presse mit freier Berichterstattung und freier Entscheidung darüber, welche Meldungen es wert sind veröffentlicht zu werden – oder eben nicht. Auch Redakteure haben Familien, und für die meisten ist es einsichtig, dass man den verbliebenen Abonnenten , der Geschäftsleitung und natürlich den Anzeigenkunden verpflichtet ist. Ach ja, nicht zu vergessen, auch dem Gewissen! Doch ein sicherer Instinkt und eine Schere im Kopf waren zu allen Zeiten & in allen Ländern hilfreich für die Karriere, Anpassung oder das Über–Leben.

Siege über Siege! Dem Endsieg nahe?

Und wie praktisch für die Politiker, Gewinner und Entscheider: Die geschaffene Armut in unserem reichen Land ist gar kein Thema. Es gibt kaum Gegenwind, denn WER wird sich oder will sich schon als Prekarier zu erkennen geben bzw. outen? Und überhaupt, wen interessieren die?! Eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich zwar eine gerechtere Gesellschaft ohne Prekariat – doch gewählt werden, auch kein Wunder, deren Kreatoren.

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Uh fuck (Bildhintergrund!!) – Anno 2007 noch in Wessiland!

 

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Mehr zu Hippie & Bella im Monatsplaner 2018

Nicht immer nur auf die armen „Die da oben“ blicken! Nach Lux-, Panama- und Paradise-Leaks frisch aufgedeckt: Abgrundtiefe Einblicke in das Leben im Wirtschaftswunderland D, Prekariat sowie am Rande der Gesellschaft

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Hippie und Bella sind meine ständigen Begleiter – nicht nur – in den Monatsplanern der vergangenen Jahre gewesen, und nach 5 Jahren sei ein Rückblick auf eine tolle und abwechslungsreiche Zeit erlaubt. Dass sie auch dieses Mal für propagandistische Zwecke herhalten müssen, war zu vermuten und mögen sie mir verzeihen.

Für Freunde und Liebhaber vom Monatsplaner | Zur Downloadseite

 

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IMPRESSUM:

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Norbert Reinsch · Strelitzer Str. 37 · 17258 Feldberger Seenlandschaft
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Letzte Aktualisierung 22.04.2018